Heißausbildung bei der Feuerwehr | 21.06. - 23.06.2019

Am letzten Wochenende (21.06.-23.06.2019) hatten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld erstmals die Möglichkeit an einer Heißausbildung für Atemschutzgeräteträger teilzunehmen.

Die Firma Atemschutz Röser kam dafür mit einer Brandübungsanlage (Feststoff befeuert) zur Feuerwache Clausthal-Zellerfeld. Hier wurde zentral die Ausbildung für alle Ortsfeuerwehren durchgeführt.

Gestartet wurde am Freitagabend mit einer Einführung in die Materie. Es wurden allgemeine Vorgehensweisen im Atemschutzeinsatz besprochen sowie eine spezielle Einweisung in die Übungsanlage gegeben.

Am Samstag und Sonntag fand dann die Heißausbildung in der Anlage statt. Die Anlage bestand aus zwei Containern, die in L-Form aufgestellt wurden. Im vorderen Raum herrschten Temperaturen um die 250°C. Hier befand sich eine Kriechstrecke mit Hindernissen, sowie ein „normaler“ Raum, der nach Personen und gefährlichen Gegenständen abzusuchen war. Im zweiten Raum brannte das Feuer. Hier herrschten Temperaturen um die 300°C.

In Zweiertrupps (Ausnahme Dreiertrupps) rüsteten sich die Trupps mit Pressluftatmern aus. Von ihrem Ausbilder bekamen sie dann noch einen Poncho übergezogen, der sowohl Helm, Überjacke als auch Atemschutzgerät zusätzlich etwas schützte. Nach Erhalt des Einsatzsatzbefehls ging der eingesetzte Trupp mit seinem jeweiligen Ausbilder in die Übungsanlage vor. Beginnend mit der simulierten Türöffnungsprozedur (im ersten Container durfte kein Wasser abgegeben werden) ging es in die komplett verrauchte Anlage. Die Mitnahme von Licht war nicht gestattet. So tastete sich jeder Trupp im Dunkeln bei kompletter Nullsicht langsam vor. Linker Hand ging es eine kleine Treppe hoch, über die man in den Bereich der Kriechstrecke kam. Hier unter der Containerdecke kamen die Kameradinnen und Kameraden schon mal schön ins Schwitzen. Auch die Metallkäfige, durch die sie sich langsam durcharbeiten mussten, hatten die Raumtemperatur aufgenommen und glichen einer Herdplatte.

Anschließend wurde der Raum nach Personen und gefährlichen Gegenständen durchsucht und diese ins Freie gebracht. Dann ging es weiter in den Brandraum. Hier konnte bei der Türöffnungsprozedur endlich Wasser abgegeben werden. Auch konnte die Entwicklung von Wasserdampf, die sich dadurch verändernden Sichtverhältnisse sowie die Einwirkungen von Wasserdampf und Strahlungswärme auf den eigenen Körper gut beobachtet werden.

Im Anschluss an den Durchgang hatte jeder Atemschutztrupp eine Nachbesprechung mit seinem Übungsleiter. Hier wurden Fehler, mögliche Risiken, alternative Vorgehensweisen und Verbesserungsmöglichkeiten ausführlich nachbesprochen.

Ein solche Brandübungsanlage ist für die Atemschutzausbildung ein wahres Highlight. Nebel und Nullsicht können in der Ausbildung relativ gut simuliert werden. Auch wird man in der Theorie ausführlich in verschiedene Taktiken und Auswirkungen von Wasserdampf geschult. So etwas aber in der Realität am eigenen Körper zu erfahren, ist eine unersetzbare und lehrreiche Erfahrung, die für die Kameradinnen und Kameraden im Notfall maßgeblich für das eigene Vorgehen und die realistische Einschätzung von Risiken ist.

Wir danken allen Verantwortlichen sowie allen helfenden, vor- und nachbereitenden Kräfte (Atemschutzwerkstatt, Verpflegung, Reinigung der Einsatzbekleidung) für diese Erfahrung!!!
 
 

Bildergalerie



© since 2013 by Freiwillige Feuerwehr Buntenbock - Designed by Dennis Schmelzer - Impressum - alle Rechte vorbehalten